Mein Ziel ist es, den Landkreis noch besser an den Süden und vor allem an den Norden (Richtung Frankfurt und Frankfurter Flughafen) anzubinden. Hierbei stößt man jedoch sehr schnell an Kapazitätsgrenzen, weshalb eine neue Trasse ohne Alternativen ist. Eine solche Trassenführung muss so gewählt werden, dass die Belastung für Mensch und Natur so gering wie möglich ist. Dies ist durch die Konsensvariante, die eine Bündelung der Trasse linksrheinisch entlang der A 67 vorsieht, gewährleistet.  Ein bergmännischer Tunnel zwischen Einhausen und Lorsch, beginnend ab Langwaden  ist realisierbar. Mit dieser Variante lässt sich der maximale Lärm- und Naturschutz erzielen. Zwar ist diese Variante teurer, als die „Troglösung“, doch diese bietet keinen ausreichenden Lärmschutz und würde somit nur weitere Klagen nach sich ziehen und den Baubeginn des Projekts auf unabsehbare Zeit verzögern. Als Landrat will ich wirkungsvoller Anwalt der Bürger des Landkreises sein: Wir müssen der Bahn klar machen, dass jede andere Trassenführung als die der Konsensvariante mit bergmännischem Tunnel und möglichst weitgehender Bündelung mit der A 67 nach Süden bis mindestens zur L3110, auf massive Widerstände seitens der Bevölkerung und der Politik stoßen würde. Wenn die Bahn zeitnah bauen will, dann muss sie sich dieser Linie anschließen, unser Vorschlag ist letztlich auch ein Angebot an die Bahn.

Eine reine ICE-Trassennutzung ohne Güterverkehr wird nicht realisierbar sein. Aufgrund der vielen Güterzüge auf der Bergstraßen- und Riedstrecke ist eine reine ICE-Trasse unrealistisch, da die Mischnutzung die einzig wirtschaftliche Variante sein wird, auf die sich die Bahn einlassen wird. Dies hat jedoch auch Vorteile. Wenn die Strecke auch vom Güterverkehr genutzt wird, dann ist die Bahn in der Pflicht, einen umfassenden Lärmschutz zu realisieren. Bei einer reinen ICE-Trasse ist es alles andere als sicher, dass dieser kommt. Ich sage also: Eine Mischnutzung der neuen Trasse ja, aber nur unter Garantie des größtmöglichen Lärm- und Naturschutzes, also mit dem Bau eines bergmännischen Tunnels. Das eine solche Tunnelvariante realisierbar ist, hat der Experte für Tunnelbau Johannes Truschel vor wenigen Tagen bei einem Treffen mit den Bürgerinitiativen bestätigt. Mit dieser starken gemeinsamen Position des Kreises Bergstraße können wir gegenüber der Bahn auftreten. 

Mit freundlichen Grüßen 

Christian Engelhardt